Rückblick auf vergangene Termine
Diskussionsveranstaltung
Als Einstieg dazu werden wir uns gemeinsam das Video-Interview von Glenn Diesen mit Peter Kuznick vom 27. August 2026 anschauen.
Es trägt den Titel „Wir treten ins Zeitalter der Atomkriege ein“
Darin hat Kuznick in einen dramatischen Appell mit überzeugender Begründung an Pabst Leo XIV. gerichtet, einen Gipfel der globalen Staats- und Regierungschefs zu organisieren, um Fragen von Frieden und nuklearer Abrüstung zu behandeln. Zu diesem Zweck ist eine weltweite Unterschriftensammlung gestartet worden.
Glenn Diesen ist Professor an der Universität Südost-Norwegen in Horten und Podcaster.
Peter Kuznick ist Professor für Geschichte und Direktor des Instituts für Nuklearstudien an der American University in Washington.
Lesung u. Diskussion mit Dr. Michael Andrick

„Politische Korrektheit hat in einer Republik keinen Platz“ (Berliner Zeitung)
„Philosoph Michael Andrick warnt vor Moralisieren gesellschaftlicher Debatten“ (evangelisch.de)
„Andrucks Buch (Anm.: „Ich bin nicht dabei“) ist ein Plädoyer für den freien Geist, ein Aufruf zum kritischen Denken“ (B. Dukic, Berliner Zeitung)
„Wieso enden unsere Meinungsverschiedenheiten in bitteren Fehden, die uns entzweien? Warum können wir nicht mehr gesittet streiten?“ (Westend Verlag).
Das Internet liefert die genannten Zitate, wenn man nach Dr. Michael Andrick fragt.
Wir wollen mit dem Berliner Philosophen und Buchautoren ins direkte Gespräch kommen:
Über die Ursachen einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft und immer enger werdender Debattenräume.
Unser Gast ist Philosoph und Publizist und lebt mit seiner Familie in Berlin und Boltenhagen an der Ostsee. Seine aktuellen Bücher sind:
- „Ich bin nicht dabei – Denkzettel für einen freien Geist“
- „Im Moralgefängnis – Spaltung verstehen und überwinden“
- „Erfolgsleere – Philosophie für die Arbeitswelt„
Bücher können vor Ort erworben und signiert werden.
Vortrag von Hauke Ritz (Fußnote 1) – anschließend Diskussion
In diesem Sommer (am 22. Juni) jährt sich der Überfall auf die Sowjetunion zum 85. Mal. Der 1941 entfesselte Krieg wies Merkmale auf, die ihn von allen vorherigen europäischen Kriegen unterscheiden. Wie der deutsch-amerikanische Historiker Jochen Hellbeck in seiner 2024 erschienen Studie „Ein Krieg wie kein anderer“ detailliert herausgearbeitet hat, sah das Dritte Reich die Sowjetunion als „Weltfeind Nr. 1“ an (Fußnote 2). Den Krieg „in der großen Linie konsequent auf diese Menschenvernichtung hin[zu]führen“ (Himmler) zielte darauf ab, zukünftige Staatlichkeit auf dem Gebiet der Sowjetunion dauerhaft zu unterbinden. Zum Erreichen dieses Zieles kamen Methoden zur Anwendung, die bis heute schwer vorstellbar oder auch nur aussprechbar sind. Dennoch war die Sowjetunion nur vier Jahrzehnte später bereit, Deutschland die Wiedervereinigung zu schenken. Und weitere drei Jahrzehnte später befindet sich die heutige EU unter deutscher Führung erneut auf einem Konfrontationskurs mit Russland. Welche Ursachen lagen dem damaligen Vernichtungskrieg zugrunde? Und was können und müssen wir gerade heute daraus lernen?
Fußnoten:
- Hauke Ritz:
Geboren in Kiel 1975
Studium der Literaturwissenschaften, Religions- und Kulturwissenschaften und Promotion im Fach Philosophie
Lehrtätigkeit an der Universität Gießen, der Lomonossow-Universität und der Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität in Moskau
2022 veröffentlichte er mit der Co-Autorin Ulrike Guerot das Buch „Endspiel Europa“ und leitet seither gemeinsam mit ihr das European Democracy Lab e. V.
2024 erschien sein Buch „Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas“. - Die Studie des deutsch-US-amerikanischen Historikers Jochen Hellbeck von der Rutgers-Universität in New Jersey liegt inzwischen unter dem Titel
„Ein Krieg wie kein anderer. Der deutsche Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Eine Revision“
in deutscher Sprache vor (2. Auflage 2025 S. Fischer-Verlag).
Vortrag (Folien in der Nachlese) und Diskussion
Steht unsere Demokratie tatsächlich vor einer Krise – oder erleben wir lediglich eine Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen?
Vertrauensverlust in politische Institutionen, soziale Polarisierung, Wohnungsnot, Bildungsprobleme, wirtschaftliche Unsicherheiten, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz prägen zunehmend die öffentliche Debatte. Gleichzeitig wächst bei vielen Menschen das Gefühl, gesellschaftliche Entwicklungen kaum noch beeinflussen zu können.
Der einführende Impuls-Vortrag beleuchtet diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven: politisch, wirtschaftlich, sozialpsychologisch und philosophisch. Dabei werden Gedanken und Analysen bedeutender Denker wie Günther Anders, Aldous Huxley und weiterer zeitgenössischer Autoren aufgegriffen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
- Warum schwindet das Vertrauen in demokratische Institutionen?
- Welche Rolle spielen Medien, soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz?
- Wie beeinflussen Wohnungsmarkt, Vermögensverteilung und Bildungschancen die demokratische Kultur?
- Verlernen wir durch technische Systeme zunehmend die Fähigkeit zum selbstständigen Urteil?
- Fehlen unserer Gesellschaft gemeinsame Zukunftsbilder und Visionen?
- Wie können Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und individuelle Selbstwirksamkeit gestärkt werden?
Ausgangspunkt ist die erstaunlich aktuelle Parabel des Philosophen Günther Anders vom König und seinem Sohn, die bereits 1956 die Frage stellte, ob technische Erleichterungen den Menschen nicht nur entlasten, sondern zugleich seine Fähigkeiten und seine Freiheit verändern.
Der Vortrag versteht sich nicht als fertige Antwort, sondern als Impuls für eine offene Diskussion über die Zukunft unserer Demokratie und die Verantwortung jedes Einzelnen in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche:
Wie können Freiheit, Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt im 21. Jahrhundert bewahrt und gestärkt werden?
Die Islamische Republik Iran – Was ist das für ein Staatswesen?
Die »älteste Demokratie der Welt« (USA) und die »einzige Demokratie des Nahen Ostens« (Israel) kämpfen erneut vereint gegen »das Böse« (Iran). Begründungen, Zustimmung und gute Nachrichten zum Kriegsverlauf gibt es mehr als genug. Jedenfalls ist es ein gelungener Krieg gegen den noch verbliebenen Restverstand auf der Welt. Eine Auswahl.
»Der Iran will Atombomben besitzen.« Seit 2002 immer wiederkehrender Vorwurf der US-Präsidenten Bush, Obama, Trump, deren Land die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen hat. Vorwurf von Netanjahu, dessen Land insgeheim Atomwaffen besitzt.
»Der Iran ist kurz davor gewesen, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen.« Friedrich Merz am 3.3.2026. Pentagon und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) bestreiten das.
»Der Iran verpflichtet sich, kein atombombenfähiges Nuklearmaterial anzuhäufen.« Omans Außenminister zu den Verhandlungen zwischen den USA und Iran am 28.2.2026, unmittelbar vor Beginn des Kriegs.
»Der Iran unterdrückt Menschen.« Permanenter Vorwurf der USA seit 1979 (Ende des Schahregimes). Sie kennen sich aus, denn sie haben die höchste Inhaftierungsquote der Welt (639 Gefangene pro 100.000 Einwohner – zum Vergleich Russland 331, China 121), ihre Polizei erschießt etwa 1.000 Menschen pro Jahr und sie haben allein im Dezember 2025 mehr als 68.000 Menschen durch die Behörde ICE inhaftieren lassen (davon 75 Prozent ohne Verurteilung).
»Khamenei war einer der bösartigsten Menschen der Geschichte.« »Ich habe ihn gekriegt, bevor er mich gekriegt hat.« Trump bekennt sich am 28.2./1.3.2026 zum Mord an Ajatollah Khamenei (und 50 weiteren Führungsfiguren der Iranischen Republik).
Zur Einleitung zeigen wir einen Video-Vortrag von Renate Dillmann
Renate Dillmann, Jahrgang 1954. Studium Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie in Mainz; dort 1979 1.Staatsexamen. 2. Staatsexamen 1984 in Dortmund. 1989 Promotion an der Fernuniversität Hagen („Die Deduktion des Staates bei Thomas Hobbes“). Tätigkeiten als Lehrerin, wiss. Mitarbeiterin, freie Journalistin, Lehrbeauftragte, Vertretungsprofessorin.
